Nach Einstellen des Objektes im Hauptfernrohr und Montage der CCD-Kamera an den Okularstutzen wie in 4.3 beschrieben,
werden die Kamera sowie der Laptop eingeschaltet.
Der arbeitsaufwändigste Schritt bei der Aufnahme des Bildes ist das Fokussieren der Kamera auf das Objekt. Da man sich hierbei nicht am
Fokus eines Okulars orientieren kann, muss man fokussieren, ohne das Bild selber zu sehen. Dafür steht allerdings der
,,Focus``-Befehl der CCD-Steuersoftware CCDOPS zur Verfügung. In diesem speziellen Aufnahmemodus wird das Auslesen des Bildes, das
normalerweise einige Sekunden dauert, auf weniger als eine Sekunde herabgesetzt, indem entweder nur ein Teil des Bildes ausgelesen
wird (Planet mode) oder mehrere Pixel zu einem virtuellen Pixel zusammengefasst werden (sog. Binning), wobei die zu
übertragende Bildmenge in beiden Fällen drastisch reduziert wird.
Ist die richtige Schärfe gefunden, muss die Belichtungszeit an das Objekt angepasst werden. Hierbei hat man bei der ST-5C ein großes
Intervall zur Verfügung: Die Kamera erlaubt Belichtungszeiten von 0,01s bis zu einer Stunde. Für die meisten Objekte empfiehlt sich
allerdings eine Belichtungszeit von wenigen Sekunden, da die CCD-Kamera wegen ihrer hohen Empfindlichkeit schnell ein gut ausbelichtetes
Bild liefert. Für sehr lichtschwache Deep-Sky-Fotografie sei hier nur die Möglichkeit des Track and Accumulate angesprochen,
bei der mehrere kurz belichtete Bilder zu einem Bild aufaddiert werden. Dadurch wird in etwa die Sättigung eines ,,in einem Stück``
belichteten Bildes erreicht, das Dunkelrauschen sowie die Verschiebung des Bildfeldes durch Nachführfehler der Montierung können aber
stark reduziert werden.
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Nachdem das Bild fertig eingestellt, fokussiert und die Belichtungszeit ermittelt worden ist, wird das Bild aufgenommen. Dazu wählt man
den Befehl Grab (siehe Abbildung 13) in der Steuersoftware. Die Belichtungszeit, die man vorher im Focus-Modus
eingestellt hat, wird übernommen.
Der notwendige Dunkelabzug wird automatisch von der Kamera unmittelbar vor der Belichtung erstellt, was sicherstellt, dass das
Dunkelbild hinsichtlich Belichtungszeit und Umgebungstemperatur genau den Aufnahmebedingungen entspricht.
Anschließend empfiehlt es sich, das Bild mithilfe einer elektronischen Bildverarbeitungssoftware (siehe 3.2.2) weiterzubearbeiten,
um bessere Resultate zu erzielen.